Vom Amtsblatt zu Facebook

Bericht über Projektarbeit der Kaufmännischen Assistenten für Informationsverarbeitung
Erschienen in der Augsburger Allgemeinen am 28. Januar 2016
von Andrea Baumann

Projektarbeit an der Jakob Fugger Berufsfachschule

Im Jubiläumsjahr haben die Kriegshaber ganz andere Möglichkeiten als früher, für ihre Veranstaltungen zu werben. Welche Rolle Berufsfachschüler dabei spielen:

Als Kriegshaber am 1. April 1916 zu Augsburg kam, erfuhren die Bürger davon auf Aushängen, im Amtsblatt und durch Mundpropaganda. Heuer, im Jahr des Eingemeindungsjubiläums, können die Festveranstalter von der Arbeitsgemeinschaft der Vereine auf ganz andere Kommunikationsmittel zurückgreifen. Bei den Feierlichkeiten zu „100 Jahre Kriegshaber in Augsburg" geht ohne Facebook und Twitter sowie eine professionelle Website nichts mehr. Das Schönste dabei: Die Arge muss sich nicht um diese Auftritte kümmern.

Der Sache angenommen hat sich die Abschlussklasse der Kaufmännischen Assistenten der Jakob-Fugger-Berufsfachschule. Die wiederum ist Teil der Hermann-Schmid-Akademie, die seit dem Vorjahr mit ihrem Neubau in der Sommestraße in Kriegshaber beheimatet und mittlerweile Mitglied der Arge ist. Als Schulleiterin Nicole Schmid erfuhr, dass das Stadtteil-Netzwerk eine Zeitschrift zum Jubiläum herausgeben will, riet sie nicht nur wegen der hohen Kosten davon ab: „Da machen wir mit unseren Kaufmännischen Assistenten etwas Zeitgemäßeres", versprach sie.

Website & Logoerstellung zum 100jährigen JubiläumDas Ergebnis des Fachs „Projektarbeit" unter der Regie von Schmid kann sich sehen lassen. Die, die nicht (nur) im Internet unterwegs sind, lassen sich mithilfe eines Flyers (Auflage 15.000 Stück) durchs Festjahr lotsen. Ausgebreitet ist das Leporello zwei DIN-A4-Seiten groß und beidseitig bedruckt.

Neben Veranstaltungen sind dort auch Inserate zu finden, vor allem von Firmen aus dem Stadtteil. Die Anzeigen-Akquise der Gruppe hat sich gelohnt: Nach Abzug der Druckkosten blieb ein sattes Plus in der Kasse übrig. „Geld, das der Arge nun für Veranstaltungen zur Verfügung steht", freut sich Schmid.​

Jubiläums-Flyer in Leporello-Form

Anzeigen hat auch die Facebook-Gruppe an Land gezogen, zu der Ferdinand Hirsch zählt: „Die sozialen Netzwerke gehören heutzutage zum Marketing dazu, damit werden die Leute gut erreicht", sagt der junge Mann.

Ein weiterer Vorteil: Im Gegensatz zum Flyer können hier zusätzlich aktuelle Veranstaltungen gepostet werden, die zum Zeitpunkt der Drucklegung noch nicht feststanden. Für die Berichte, Videos und Bilder auf Facebook setzt sich übrigens ein Reporterteam aus der Klasse in Marsch.

Die aktuellen Termine sind auch auf der neuen Website der Arge zu finden. Natalie Müller und Martin Citak war es wichtig, den Internetauftritt „übersichtlich und ansprechend" zu gestalten und mit nicht zu vielen Infos zu überfrachten.

Wenn am Ende des Schuljahrs die Klasse die Akademie verlässt, ist Nicole Schmid nicht bange. Der nachfolgende Jahrgang der Kaufmännischen Assistenten werde die Website und die sozialen Netzwerke weiter pflegen, kündigt sie an. Und nicht nur das: „Wir nehmen gerne auch Aufträge aus anderen Stadtteilen und von anderen Einrichtungen entgegen. „So trägt die neue und zugleich erste Website der Grundschule Kriegshaber die Handschrift der Kaufleute aus der Sommestraße. „Ums Aktualisieren will sich die Schule, nach einer Einweisung durch uns, selbst kümmern", sagt Nicolas Schnelzer – und grinst. Schließlich kommt es nicht alle Tag vor, dass Schüler Lehrkräfte unterrichten.